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Buchenwaldland Deutschland

Ginge es nach der Natur, wäre Deutschland zu fast 80% von Buchen bedeckt. Deutschland umfasst ca. ein Viertel des Verbreitungsgebiets der Rotbuche in Mitteleuropa. Die Rotbuche war einst der häufigste Baum in unserem Wald, nun macht sie nur noch 14% am Baumbestand aus. Fünf der seltenen und wertvollen Buchenwald-lebensräume hat die UNESCO 2010 zum Weltnaturerbe erklärt: die Nationalparke Hainich in Thüringen, Kellerwald-Edersee in Hessen, Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern sowie das Waldgebiet Grumsin im Biosphärenereservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg. Sie alle stehen für die Reste großflächiger alter naturbelassener Buchenwälder bzw. Buchenmischwälder mit Bäumen von 300 und mehr Jahren die lediglich einen Anteil von 1-2% an der deutschen Waldfläche ausmachen. Die Zahl der Tier- und Pflanzenarten in solchen Wäldern wird auf über 10.000 geschätzt. Es sind neben Feuersalamander, Luchs und Wildkatze weitere bedrohte Arten, die speziell auf alte Bäume mit Höhlen und Ritzen oder Totholz angewiesen sind, wie z.B. der Schwarzspecht, der Mittelspecht, die Bechsteinfledermaus, der Rauhfußkauz, der Baummarder, die Hohltaube, der Eremit, der Widderbock, der Nagelfleck, der Buchenprachtkäfer sowie der Stacheligelbart. Doch der Buchenwald war und ist massiv bedroht. Die Waldnutzung der letzten Jahrhunderte - von großflächigen Rodungen bis zur Aufforstung von Wirtschaftsforst mit Kiefer, Fichte und neuerdings Douglasie - ließ den Anteil des Buchen- bzw. Buchenmischwaldes auf 7% an der Landesfläche von Deutschland abnehmen.

 

Besonders auch sehr alte Buchen sind vor forstlicher Nutzung nicht geschützt. Der weltweit gestiegene Rohstoff- und Energiebedarf führt dazu, dass auch alte Buchen vermehrt eingeschlagen werden. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Holzeinschlag verdoppelt und teilweise wird mehr eingeschlagen als nachwächst. Gerade Buchenholz ist vielfach begehrt, auch in China, wohin ein Großteil des Holzes exportiert wird. Dies hat gravierende Auswirkungen nicht nur auf die Artenvielfalt, sondern auch auf die Rolle des Waldes als Klimaschützer. Besonders viel Kohlenstoff wird von alten, dicken Laubbäumen aufgenommen und über Jahrzehnte in Totholz und Humus gespeichert. So sank die Kohlenstoffaufnahme des Waldes von 1990 bis jetzt von 80 Millionen Tonnen auf 2 Millionen Tonnen. Dieses Szenario muss dringend gestoppt und die letzten wertvollen Buchenwälder geschützt werden. Darum fordert Greenpeace von der Bundes- und den Landesregierungen was diese 2007 in der Biodiversitätsstrategie beschlossen haben: 10% des öffentlichen Waldes aus der Nutzung zu nehmen (bis jetzt sind es nur 0,2%). Um dies zu erreichen, machen wir weiterhin Druck. Mehr unter www.greenpeace.de/themen/waelder.

Literatur zu Wald in Deutschland:

Detlef Ahrens, Der  deutsche Wald, Köln 2010

Peter Laufmann/Olaf Schulz, Deutschlands Wälder, München 2010

Georg Sperber (Autor)/Stefan Thierfelder (Fotograf), Urwälder Deutschands. Naturparks, Naturreservate und andere Schutzgebiete, München 2008

Internet-Adressen:

www.floraweb.de (Bfn): Infos zu Wildpflanzen und Waldgesellschaften

www.waldwissen.net

www.naturwaelder.de: ordnet nach Bundesland alle Waldgebiete, in denen jede Bewirtschaftung ruht

www.bundeswaldinventur.de

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